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DATEV

DATEV Unternehmen online: Kosten, Grenzen und Alternativen 2026

DATEV Unternehmen online ist die Standardplattform für den Belegaustausch zwischen Kanzlei und Mandant und kostet laut DATEV-Preisliste Stand 08/2026 11,56 Euro je Unternehmen und Monat zuzüglich 3,83 Euro je Mandantenbestand für Belege online. Grenzen liegen in Bedienung, Mandantenakzeptanz und Rechnungsschreibung. Alternativen ergänzen DUo häufig, statt es zu ersetzen.

Stand 23. September 20268 Minuten LesezeitFachlich geprüft: Dr. Timo Welzer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht

DATEV Unternehmen online – in Kanzleien meist DUo genannt – ist seit Jahren der Standard für den digitalen Belegaustausch zwischen Steuerkanzlei und Mandant. Wer nach Alternativen sucht, tut das selten, weil DUo nicht funktioniert, sondern weil ein bestimmter Teil des Alltags hakt: der Login des Mandanten, die Akzeptanz im Betrieb, die Rechnungsschreibung oder schlicht die Frage, wofür der Mandant monatlich zahlt.

Dieser Beitrag beschreibt sachlich, was DUo leistet, was es laut aktueller DATEV-Preisliste kostet, wo Anwender an Grenzen stoßen und welche Kategorien von Alternativen es gibt. Er endet mit Entscheidungsfragen, die Kanzlei und Mandant gemeinsam beantworten sollten – denn in der Praxis geht es meistens nicht um Ersatz, sondern um die richtige Kombination.

Was DATEV Unternehmen online kann

DUo ist eine Cloud-Plattform im DATEV-Rechenzentrum, die dem Mandanten Zugang zu mehreren Bausteinen gibt. Nach der DATEV-Wissensplattform gehören dazu:

  • Belege online: digitale Ablage von Eingangs- und Ausgangsrechnungen, Kassen- und sonstigen Belegen, Erfassung per Scanner, Upload oder der App Upload mobil, Weitergabe an das Rechnungswesen der Kanzlei.
  • Bank online: Abruf von Kontoumsätzen, Zuordnung zu Belegen, Vorbereitung der Buchung durch die Kanzlei.
  • Kassenbuch online: Erfassung von Bargeschäften mit Tagesabschluss.
  • Zahlungen: Überweisungen direkt aus dem Beleg, Lastschriften, Zahlungsvorschläge.
  • Auftragswesen next: Angebote, Aufträge und Rechnungen einschließlich E-Rechnung.
  • Belegfreigabe online: mehrstufige Freigabe von Eingangsrechnungen im Unternehmen.
  • Auswertungen: BWA, Summen- und Saldenlisten, OPOS sowie Auswertungen aus der Lohnabrechnung.
  • Stammdaten und Dokumentenablage: Debitoren, Kreditoren, Dokumente für den Austausch mit der Kanzlei.

Der Zugang erfolgt über DATEV SmartLogin (App), DATEV mIDentity oder DATEV SmartCard. Das entscheidende Merkmal ist die Integration: Was der Mandant in DUo erfasst, liegt ohne Schnittstelle im Bestand der Kanzlei.

Kostenstruktur laut DATEV-Preisliste (Stand 08/2026)

Vertragspartner von DATEV ist die Kanzlei als Mitglied. Die folgenden Preise stammen aus der DATEV-Preisliste für Unternehmen, Stand 08/2026; alle Angaben netto zuzüglich Umsatzsteuer.

Baustein Art.-Nr. Preis Einheit
DATEV Unternehmen online (Benutzerlizenz unbegrenzt) 95138 11,56 € je Unternehmen und Monat
DATEV Belege online 95157 3,83 € je Mandantenbestand und Monat, ab Anlage des Bestands
DATEV Auftragswesen next 95197 7,00 € je Monat, Benutzerlizenz unbegrenzt; für die Kanzlei kostenlos
DATEV Belegfreigabe online 20009 7,35 € je Mandant und Monat
DATEV Belegfreigabe online comfort 20060 25,00 € je Mandant und Monat
DATEV Bankdatenservice 20490 1,37 € je Bankverbindung und Monat
MyDATEV Dokumentenspeichervolumen 97112 1,05 € je GByte und Monat oberhalb des produktübergreifenden Freivolumens von mindestens 5 GB
DATEV SmartLogin 60101 0,00 € einmalig, bei Bestellung von DUo für das Unternehmen kostenlos
Pauschale inaktives Unternehmen online Mandat 20646 350,00 € einmalig, bei Kündigung mit weiterer Speicherung im Rechenzentrum

Hinzu kommen kanzleiseitig die Kosten des Rechnungswesens und gegebenenfalls Datenservices wie der Buchungsdatenservice. Für Unternehmen, die DATEV Mittelstand Faktura mit Rechnungswesen nutzen, ist DUo enthalten – dieses Programm stellt DATEV allerdings zum 31. Dezember 2026 ein.

Ein typischer Mandant mit Belege online, einer Bankverbindung und Auftragswesen next liegt damit bei rund 23,76 Euro netto im Monat, ohne Belegfreigabe und Zusatzspeicher. Ob die Kanzlei diese Beträge weiterbelastet, ist Vereinbarungssache.

Typische Grenzen aus Anwendersicht

Die Kritik an DUo ist selten grundsätzlich. Sie konzentriert sich auf vier Punkte, die in Kanzleigesprächen und in der DATEV-Community immer wieder auftauchen:

  1. Zugang und Bedienung. SmartLogin und SmartCard sind sicher, aber für Mandanten ohne IT-Affinität eine Hürde. Die Oberfläche ist auf Buchhaltungslogik ausgelegt; ein Handwerker, der nur Belege loswerden will, sieht mehr Funktionen, als er braucht.
  2. Mandantenakzeptanz. Wer den Zugang selten nutzt, vergisst ihn. In der Praxis landen Belege dann doch per E-Mail oder Messenger in der Kanzlei, und der Vorteil der Integration verpufft.
  3. Rechnungsschreibung. Auftragswesen next ist als Nachfolger von Auftragswesen online und Mittelstand Faktura positioniert. In der DATEV-Community berichten Anwender von fehlenden Funktionen wie Artikel- und Kundenstatistiken und von Mandanten, die auf externe Rechnungsprogramme ausweichen. DATEV bessert erkennbar nach, aber der Funktionsumfang ist für Betriebe mit komplexerem Auftragswesen derzeit begrenzt.
  4. Kommunikation. DUo ist ein Datenaustausch, kein Kommunikationskanal. Rückfragen zu einzelnen Belegen, Nachforderungen, Freigaben von Steuererklärungen oder Nachrichten an die Kanzlei finden außerhalb statt – per Telefon, E-Mail oder in einem weiteren Portal.

Fair ist auch der Blick auf die Stärken: Revisionssichere Ablage im DATEV-Rechenzentrum, Verarbeitung in Deutschland, keine Schnittstellenpflege, Zahlungsverkehr und Auswertungen aus einer Hand. Für Mandanten mit eigener Buchhaltungskraft und regelmäßigem Rhythmus ist DUo häufig die richtige Wahl.

Alternativen: drei Kategorien

Mandantenportale und Kanzlei-Apps. Sie lösen das Akzeptanzproblem: Foto in der App, Upload per Link oder E-Mail, Rückfragen und Freigaben im selben Kanal. Die Buchung bleibt im DATEV-Rechnungswesen; die Übergabe erfolgt über Buchungsdatenservice, Belegbilderservice oder das DATEV-Format. Gut geeignet für Mandanten mit wenigen Belegen und ohne eigenes Buchhaltungspersonal.

Buchhaltungssoftware mit Steuerberater-Zugang. Cloud-Buchhaltungen für Unternehmen bieten Rechnungsschreibung, Banking und Belegverwaltung und geben der Kanzlei einen eigenen Zugang. Sie passen zu Mandanten, die selbst Rechnungen schreiben und offene Posten verfolgen wollen. Die Kanzlei muss dann mit einem zweiten System arbeiten oder auf die DATEV-Übergabe der Software vertrauen.

All-in-One-Plattformen für Kanzlei und Mandant. Sie verbinden Belegeingang über mehrere Kanäle, KI-Vorkontierung mit Freigabe durch die Kanzlei, Mandantenportal mit Nachrichten und Freigaben sowie die DATEV-Übergabe. Die Kanzlei behält das Rechnungswesen, gewinnt aber einen Kommunikationskanal und eine Vorverarbeitung, die DUo nicht bietet.

Koexistenz statt Ersatz

In den meisten Kanzleien lautet die realistische Frage nicht „DUo oder Alternative“, sondern „welcher Mandant auf welchem Weg“. Belege online bleibt häufig als Ablageort bestehen, weil der Belegbilderservice und der Buchungsdatenservice dorthin schreiben und das Rechnungswesen von dort den Beleglink zieht. Die Alternative sitzt davor: Sie sammelt ein, prüft, kontiert vor und übergibt. Für den Mandanten ändert sich die Oberfläche, für die Kanzlei der Vorlauf – nicht die Buchung.

Wer DUo für einzelne Mandanten kündigt, sollte die Pauschale für inaktive Bestände und die Aufbewahrung der bereits abgelegten Belege im Blick behalten.

Entscheidungsfragen für Kanzlei und Mandant

  1. Wie viele Belege fallen monatlich an, und wer erfasst sie? Unter 50 Belegen ohne eigene Buchhaltungskraft spricht für eine App-basierte Lösung; darüber und mit Personal spricht für DUo oder eine Buchhaltungssoftware.
  2. Schreibt der Mandant Rechnungen, und wie komplex? Einfache Dienstleistungsrechnungen deckt Auftragswesen next ab; Artikelstämme, Statistiken und Teilrechnungen sprechen für eine Faktura-Lösung.
  3. Braucht der Mandant Bank und Zahlungsverkehr in der Plattform? Wenn ja, ist DUo mit Bank online und Zahlungen schwer zu ersetzen.
  4. Wie soll kommuniziert werden? Wenn Rückfragen, Nachforderungen und Freigaben in einem Kanal laufen sollen, braucht es ein Portal – zusätzlich zu oder anstelle von DUo.
  5. Welche Übergabe akzeptiert die Kanzlei? Buchungsdatenservice, Belegbilderservice oder EXTF – die Antwort bestimmt, welche Alternativen überhaupt infrage kommen.
  6. Wer trägt die Kosten, und wie werden sie ausgewiesen? Transparenz gegenüber dem Mandanten verhindert die Diskussion, wofür er monatlich zahlt.
  7. Welche Datenschutz- und Berufsrechtsprüfung ist erfolgt? Für jeden Anbieter außerhalb von DATEV braucht die Kanzlei AVV und Verschwiegenheitsverpflichtung nach § 62a StBerG.

Wer diese Fragen je Mandantengruppe beantwortet, kommt in der Regel zu zwei oder drei Standardwegen – und zu weniger Sonderfällen.

So unterstützt Ordista

Ordista ergänzt den DATEV-Prozess der Kanzlei um das, was DUo nicht abdeckt: Belegeingang per App, E-Mail und WhatsApp, KI-Vorkontierung mit Freigabe durch die Kanzlei, Belegnachforderung und ein Mandantenportal mit Nachrichten und Freigaben. Die Übergabe an DATEV erfolgt per Buchungsdatenservice, Belegbilderservice oder EXTF, sodass Belege online und das Rechnungswesen der Kanzlei wie gewohnt weiterarbeiten. Für das Mandantengespräch liefert die Liquiditäts- und Steuervorschau aus Bankumsätzen belastbare Zahlen.

Häufige Fragen

Was kostet DATEV Unternehmen online im Monat?

Laut DATEV-Preisliste für Unternehmen (Stand 08/2026) 11,56 Euro netto je Monat mit unbegrenzter Benutzerlizenz, zuzüglich 3,83 Euro je Mandantenbestand und Monat für Belege online. Weitere Bausteine wie Belegfreigabe online (7,35 Euro) oder Auftragswesen next (7,00 Euro) kommen bei Bedarf hinzu.

Kann ich DATEV Unternehmen online komplett ersetzen?

Für den Belegaustausch mit der Kanzlei ja, wenn die Alternative Buchungsdaten und Belegbilder über DATEV-Datenservices oder das DATEV-Format übergibt. Funktionen wie Bank online oder Kassenbuch online müssen dann anders abgedeckt werden. Viele Kanzleien betreiben Alternative und DUo parallel.

Wer zahlt DATEV Unternehmen online – Kanzlei oder Mandant?

Vertragspartner von DATEV ist das Mitglied, also die Kanzlei. Ob und wie sie die Kosten an Mandanten weitergibt, ist Vereinbarungssache; üblich ist eine Weiterbelastung als Auslage oder ein Aufschlag in der Buchführungsgebühr.

Welche Alternative passt zu einem kleinen Handwerksbetrieb?

Für Betriebe mit wenigen Belegen und ohne eigenes Buchhaltungspersonal ist ein Mandantenportal mit App-Erfassung meist der einfachste Weg. Wer selbst Rechnungen schreibt, braucht zusätzlich eine Rechnungslösung mit E-Rechnungsfähigkeit und DATEV-Übergabe.

Quellen

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